Gaskrater von Derweze („Tor zur Hölle“): Vollständiger Reiseführer zur Hauptsehenswürdigkeit Turkmenistans - TmTourism

Autor: Babamurad

08/09/2026 в 08:21

Gaskrater von Derweze („Tor zur Hölle“): Vollständiger Reiseführer zur Hauptsehenswürdigkeit Turkmenistans


Gaskrater von Derweze („Tor zur Hölle“): Vollständiger Reiseführer zur Hauptsehenswürdigkeit Turkmenistans
379 Aufrufe

🔥 Was ist der Gaskrater von Derweze: Ein Phänomen mitten in der Wüste Karakum

Mitten in den endlosen goldenen Sanddünen der Karakum-Wüste, die mehr als 70 % der Fläche Turkmenistans einnimmt, verbirgt sich eines der faszinierendsten und surrealsten Naturschauspiele unseres Planeten — der Gaskrater von Derweze (Darvaza gas crater). In internationalen Medien und unter Reisenden wird dieser Ort meist mit dem poetischen und unheimlichen Namen „Tor zur Hölle“ (Gates of Hell) bezeichnet, während er in Turkmenistan auf offizieller Ebene den erhabeneren Namen „Glanz der Karakum“ (Garagum Ýalkymy) trägt.

Der Krater ist ein riesiger, brennender Kessel mit einem Durchmesser von etwa 69–70 Metern und einer Tiefe von über 30 Metern. Tagsüber wirkt er wie eine gewaltige Senke im Sandstein, an deren Grund Hunderte von Erdgasflammen ununterbrochen aus dem Boden schlagen. Doch die wahre Magie beginnt in der Dämmerung. Wenn die Sonne hinter den Sanddünen versinkt, verwandelt sich der Krater in das lodernde Herz der Wüste. Ein gold-oranges Leuchten ist über Dutzende von Kilometern sichtbar, das Fauchen der Flammen erinnert an den Atem eines Drachens, und die Hitze des Kraters wärmt die kühle Wüstennacht.

Für viele Reisende ist die Fahrt zum Krater von Derweze das Hauptziel ihres Besuchs im Land. Die beste Möglichkeit, dieses natürliche und zugleich menschengemachte Phänomen zu erleben, ist die Buchung der klassischen 4-tägigen Turkmenistan-Tour: Aschgabat, das antike Merw und der Gaskrater von Derweze, die die wichtigsten historischen und natürlichen Schätze der Region vereint.


📜 Die Entstehungsgeschichte: Ein wissenschaftlicher Fehler von 1971 und geologische Fakten

Die Entstehung des „Tors zur Hölle“ ist von Legenden umwoben, doch geologische Aufzeichnungen belegen klar, wie diese gigantische Feuerstelle mitten in der Karakum entstand.

⚒️ Sowjetische Erkundung und der Bohrunfall

Im Jahr 1971 führten sowjetische Geologen Probebohrungen in der Nähe der kleinen Siedlung Derweze durch (turkmenisch für „Tor“). Das Gebiet der Karakum ist reich an riesigen Erdgas- und Erdölvorkommen. Beim Bohren einer Erkundungsbohrung stieß der Bohrer auf einen großen unterirdischen Hohlraum (Kaverne). Unter dem enormen Gewicht der schweren Ausrüstung brachen die oberen Kalk- und Sandsteinschichten ein und es bildete sich ein tiefer Krater.

Der Bohrturm, Hilfsmaschinen und ein Teil der Fahrzeuge versanken im Boden. Glücklicherweise kam niemand ums Leben, doch aus dem entstandenen Krater strömten riesige Mengen Methan und Begleitgase aus. Dies stellte eine tödliche Gefahr für die Bewohner der umliegenden Dörfer, Hirten und Wildtiere dar und barg das Risiko einer unkontrollierten Großexplosion.

ℹ️ Warum brennt das Feuer seit über einem halben Jahrhundert? Um eine Vergiftung durch giftige Gase zu verhindern, trafen die Geologen die damals übliche Entscheidung, das austretende Gas anzuzünden. Sie rechneten damit, dass die lokale Gasblase innerhalb weniger Wochen ausbrennen würde. Doch unter dem Krater befand sich kein isoliertes Reservoir, sondern eine gigantische gasführende Schicht. Das Feuer entzündete sich 1971 und brennt seither ununterbrochen seit mehr als fünf Jahrzehnten.

🔬 National Geographic Expedition (2013)

Jahrzehntelang glaubte man, dass Leben im Inneren des brennenden Kraters aufgrund der extremen Temperaturen (bis zu 400–1000 °C) unmöglich sei. Im November 2013 wagte der kanadische Forscher George Kourounis mit Unterstützung von National Geographic jedoch den ersten Abstieg auf den Grund des Kraters. In einem hitzebeständigen Schutzanzug verbrachte er 17 Minuten auf dem glühenden Boden und sammelte Bodenproben. Unter den extremen Bedingungen wurden einzigartige Bakterien entdeckt, die bei extrem hohen Temperaturen gedeihen und sich von Kohlenwasserstoffen ernähren.


🗺️ Geografische Lage und die Natur der Karakum

Der Krater von Derweze befindet sich in der Provinz (Welayat) Ahal, etwa 260 Kilometer nördlich der Landeshauptstadt. Die Reise hierher wird oft mit dem Besuch von Städten wie dem weißmarmornen Aschgabat kombiniert, von wo aus die meisten organisierten Expeditionen in geländegängigen Allradfahrzeugen starten.

Die Karakum ist eine lebendige Wüste. Sanddünen wechseln sich mit Dickichten aus Saxaul und Sandakazien ab. Nachts erwacht die Wüste zum Leben: Man kann Springmäuse, Korsak-Füchse und Raubvögel beobachten. Das Fehlen von Lichtverschmutzung ermöglicht einen atemberaubenden Blick auf die Milchstraße direkt über dem lodernden Abgrund.

🕳️ Benachbarte Krater: Wasser- und Schlammkrater

Eine vollständige Reise nach Derweze sollte unbedingt auch den Besuch zweier weiterer Krater umfassen, die in den 1970er Jahren entstanden sind:

  • 💧 Türkisfarbener Wasserkrater (Suloy): ein etwa 15 Meter tiefer Einsturztrichter mit smaragd-türkisfarbenem Wasser. Vom Grund steigen Schwefelwasserstoff- und Methanbläschen auf, das Wasser ist stark mineralisiert.
  • 🌋 Schlammkrater: ein Krater mit grauem Schlammgrund, an dem kalter Schlamm vermischt mit Gas austritt. Die Blasen platzen mit einem schmatzenden Geräusch und erinnern an Miniaturvulkane. Manchmal brennt in der Mitte eine kleine Flamme.

🚙 Anreise nach Derweze: Logistik und Routen

🚙 Von Aschgabat (260–270 km)

Die ersten 240 km führen über die asphaltierte Straße M37. Die letzten 10–15 km führen durch reinen Sand und unwegsames Gelände (nur mit 4x4 und erfahrenem Fahrer).

Empfehlung: 2-tägige Rundreise ab Aschgabat.

🛣️ Transit aus Usbekistan

Derweze liegt zwischen dem Süden und Norden des Landes. Ideal für Reisende von Chiwa/Buchara nach Aschgabat inklusive Besichtigung von Kunya-Urgench.

Empfehlung: 5-tägige Transit-Tour.


⛺ Übernachtung am Krater: Jurten-Camps und nächtliche Magie

Ein Besuch in Derweze ohne Übernachtung verliert einen Großteil seines Charmes. Das Hauptziel ist es, den Krater bei Dunkelheit zu erleben und den Sonnenaufgang zu genießen.

  • 🏕️ Jurten-Camps: 300–500 Meter vom Krater entfernt befinden sich traditionelle turkmenische Jurten mit Betten, Teppichen und einfachen sanitären Anlagen.
  • 🔥 Abendessen in der Wüste: Am Abend erwartet Sie Schaschlik über Saxaul-Holzkohle, heißer Tee und frisches Fladenbrot (Chorek) unter dem Sternenhimmel und zum Rauschen der Flammen.
  • 🌅 Sonnenaufgang: Im Morgengrauen färbt sich der Sand in sanfte Rosatöne, die Flammen wirken weicher und über dem Krater wabert ein thermischer Dunst.

📅 Die beste Reisezeit

SaisonWetter und Bedingungen
🌸 Frühling (März–Mai)Ideal. Die Wüste blüht, tagsüber angenehm warm (+20...+28 °C), Nächte frisch.
🍂 Herbst (Sept.–Nov.)Hervorragend. Die Hitze lässt nach. Im Oktober/November werden die Nächte kalt (warme Kleidung erforderlich).
❄️ Winter (Dez.–Feb.)Tagsüber ca. 0...+8 °C, nachts bis zu −15 °C. Sehr eindrucksvoll, erfordert jedoch Winterausrüstung.
☀️ Sommer (Juni–Aug.)Extrem. Tagsüber über +45 °C im Schatten. Ausflüge sollten ausschließlich von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang geplant werden.

🎒 Packliste: Praktische Checkliste

  • 🧥 Zwiebellook: Windjacke, Fleece, lange Hosen, feste geschlossene Schuhe (nachts sinken die Temperaturen stark).
  • 🕶️ Sonnenschutz: Sonnenbrille, Sonnencreme LSF 50+, Kopfbedeckung.
  • 🔦 Technik: Taschenlampe (Stirnlampe/Handlampe) obligatorisch, Powerbank.
  • 🩹 Sonstiges: Feuchttücher, Reiseapotheke, Bargeld (Kartenzahlung nicht möglich).

⚠️ Sicherheit: Treten Sie nicht zu nah an den Rand heran (der Boden kann nachgeben), achten Sie auf die Windrichtung (Rauch meiden) und benutzen Sie im Dunkeln immer eine Taschenlampe.

🔮 Die Zukunft von Derweze: Wird das „Tor zur Hölle“ gelöscht?

In den letzten Jahren wurde eine mögliche Schließung des Kraters diskutiert, um Energieressourcen zu schonen und Methanemissionen zu minimieren. Wissenschaftler arbeiten an technischen Lösungen, doch bisher brennt das „Tor zur Hölle“ weiter in der Nacht. Das Wissen, dass der Krater in absehbarer Zukunft gelöscht werden könnte, macht einen Besuch in Derweze zu einem noch wertvolleren und einzigartigeren Erlebnis, das man sich baldmöglichst nicht entgehen lassen sollte!

Planen Sie eine große Reise: Kombinieren Sie den Krater mit einem Besuch der marsähnlichen Yangykala-Canyons und den antiken Ruinen der Seidenstraße.


Галерея


FAQ

Wie lange brennt der Gaskrater von Darvaza bereits?
Der Krater von Darvaza brennt ununterbrochen seit 1971, also seit mehr als 50 Jahren. Die Flammen entstanden, nachdem sowjetische Geologen das austretende Gas entzündeten, um eine Vergiftung von Menschen und Vieh zu verhindern.
Ausländische Staatsbürger benötigen für Reisen durch Turkmenistan (außerhalb der Hauptstadt) die Begleitung eines zertifizierten Reiseleiters und ein Touristenvisum, das über einen akkreditierten Reiseveranstalter beantragt wird. Zudem erfordert die Fahrt durch den Sand ein entsprechend ausgestattetes 4x4-Geländefahrzeug und hervorragende Kenntnisse der Orientierung im Wüstengelände.
Reisende übernachten in traditionellen Jurtenlagern, die 300–500 Meter vom Krater entfernt liegen. Die Jurten sind mit bequemen Betten, Bettwäsche und grundlegenden Annehmlichkeiten ausgestattet, und am Abend wird den Gästen ein heißes traditionelles Abendessen am Lagerfeuer serviert.
Bei Einhaltung grundlegender Sicherheitsregeln ist der Aufenthalt am Krater absolut sicher. Man sollte wegen der Gefahr von Abbrüchen des Untergrunds nicht direkt an den Rand des Kraters herantreten und sich stets auf der windzugewandten Seite aufhalten, um keine Gasverbrennungsprodukte einzuatmen.
Die beste Zeit für spektakuläre Aufnahmen ist die „blaue Stunde“ (die Dämmerung direkt nach Sonnenuntergang), wenn das Himmelslicht mit dem hellen Feuerglühen des Kraters harmoniert, sowie der frühe Sonnenaufgang, wenn sich die Dünen der Karakum-Wüste in gold-rosafarbene Töne färben.

Empfohlene Touren


Babamurad

Autor: Babamurad